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Wirkung von Farben

 Hier erfahren Sie wie Farben wirken und wie sie für Präsentationen und Online-Dokumente eingesetzt werden sollten.

 Allgemeine Wirkung von Farben

 Für jeden Anwendungsbereich der Farben gibt es typische Farbvorlieben. Je mehr man über die Bedeutung der Farben weiß, desto besser kann man ihre Wirkung beurteilen.

 Uns interessiert in diesem Zusammenhang besonders, welche Wechselwirkung zwischen Farbe und Kommunikation besteht, denn es ist ja unser Ziel, Informationen zu übermitteln. Die Farbe ist ein Teil des zur Anwendung kommenden Zeichenvorrates und verleiht der Kommunikation eine zusätzliche wertvolle Eigenschaft. Sie belebt nicht nur die visuelle Botschaft, sondern betont bestimmte Details und macht sie damit für den Leser leichter fassbar. Jede Farbe hat eine ihr zugehörige psychologische Eigenschaft. So werden einzelne Farben einer bestimmten Geschmacksrichtung, Gefühlsstimmung, Distanz- oder Temperaturwirkung zugeordnet.

 Bei der Gestaltung von Online-Dokumenten sollen die konventionellen Farbvorstellungen der Zielgruppe berücksichtigt werden. Hier werden Farben genutzt, um Unterschiede hervorzuheben, wichtige Informationen zu markieren, Suchzeit zu verringern oder Werte einer Skala darzustellen.

 Die Wirkung einer Farbe kann unterschiedliche Hintergründe haben:

Farben können automatisch unbewusste Reaktionen und Assoziationen auslösen. Alle einer Farbe zugeschriebenen Eigenschaften entstehen aus Erfahrungen.

Die symbolischen Farbwirkungen entstehen ebenfalls aus Erfahrungen, allerdings jahrhundertealter Überlieferungen.

Unterschiedliche Lebensweisen verschiedener Kulturen bedingen unterschiedliche Farbwirkungen.

Im politischen Bereich haben Farben eine besondere Symbolik.

Der historische Hintergrund erklärt die traditionellen Wirkungen.

Farben bekommen neue Wirkungen. Das Prinzip der unmöglichen Farben eignet sich besonders gut, um Werbefiguren und Firmenzeichen zu erfinden, die auffallend sein müssen.


Die einzelnen Farben

 Grün

 Grün zählt zu den beliebtesten Farben. Es wirkt beruhigend und neutral, denn es steht zwischen den Extremen Rot und Blau. Rot ist "heiß", Blau ist "kalt" und Grün ist "lau". Als Farbe der Mitte symbolisiert Grün in tiefenpsychologischen Farbtests Ruhe und Ausgeglichenheit. Grün hat eine beruhigende Wirkung auf die Augen.

Grün gilt als neutrale, vermittelnde und erbauliche Farbe, die erfrischend und ausgleichend wirkt und die damit Genesung, Heilung, Erneuerung, Regeneration und Wohlbefinden signalisiert. Diese Farbe wirkt stabil, konstant und vertrauenerweckend und symbolisiert damit die festen Werte und Grundsätze im leben. Ist das Grün tief und dunkel, dann bedeutet es auch Integrität, Würde und Stabilität, sowie Ansehen, Geltung und Prestige.

 Bei der Farbauswahl für Online-Dokumente sollten keine opponenten Farben wie Grün und Rot in Betracht gezogen werden, weil sie Schatten bewirken.

 Blau

 Blau ist die beliebteste Farbe, die viele gute Eigenschaften symbolisiert und angenehm wirkt. Es gilt als Farbe der Harmonie, Freundlichkeit, Ruhe, Frieden, Entspannung, Ausgewogenheit und Freundschaft und auch als Farbe des Geistigen.

Blau wirkt beruhigend, besänftigend, kühlend und aufnahmebereit. Menschen, die Blau lieben, haben meist einen ausgeglichenen Charakter und sind anpassungsfähig, sensibel und treu. Blau symbolisiert aber auch Gelassenheit, Selbständigkeit, Pflichterfüllung und Beachtung von Gesetz und Ordnung.

Farben können die Illusion von Perspektive schaffen. Blau als kalte Farbe wirkt entfernter als eine warme Farbe wie Rot.

 Blau neben Schwarz ist der Farbklang der Härte, Grün-Blau-Weiß die Farbkombination der Erholung, Weiß neben Blau ist die Farbkombination aller wissenschaftlichen Tugenden.

 Bei der Gestaltung von Online-Dokumenten sollte bedacht werden, dass Blau und Grün nicht nebeneinander stehen sollten. Auch Gelb und Rot sind neben Blau nicht erlaubt (Schattenwirkung).

 

Schwarz/Weiß

 Die psychologische Wirkung von Weiß ist einfach. Es ist die vollkommenste aller Farben. In kaum einem Zusammenhang hat Weiß eine negative Bedeutung.

Weiß ist als hellste Farbschwingung ein Symbol der Reinheit, Klarheit, Erhabenheit und Unschuld. Menschen, die Weiß bevorzugen, neigen sehr zu Perfektionismus, abstrakten Ideen und kühnen Plänen. Sie sind aufgeschlossene, lebendige Persönlichkeiten, die kühl und zielstrebig ihr leben vorausblickend und erfolgsbewusst planen und verfolgen.

 Weiß hat einen ausstrahlenden, blendenden Effekt und wirkt damit anstrengend auf die Augen. (Daher verwendet man heute in Operationssälen grüne Wäsche). Die "weiße Flagge", die als Zeichen der Kapitulation gehisst wird, verdeutlicht das klärende, bereinigende Wesen der Farbe Weiß.

Je farbiger ein Text, desto schwieriger ist er zu lesen, desto unwichtiger erscheint die Information. Jede Farbe leuchtet auf schwarzem Grund stärker als auf weißem Grund. Auf einem dunklen Untergrund ist eine weiße Schrift optimal, und auf einem hellen Untergrund wirkt schwarze Schrift am besten. Dieser Hell-Dunkel-Kontrast irritiert das Auge nicht.

Schwarz-Weiß ist die Farbkombination, die seriös und informativ wirkt und die wir mit Eindeutigkeit, sogar mit Wahrheit verbinden: Es sind die Farben objektiver Tatsachen. Schwarze Schrift auf weißem Grund hat die beste Nahwirkung, während schwarze Schrift auf gelbem Grund die beste Fernwirkung hat.

Das Attribut schwarz weist auf Verbotenes hin, wie z. B. Schwarzarbeit, Schwarzhandel, Schwarzfahrer usw. In der Symbolik wird Schwarz mit Negation und Schlechtem verbunden (z. B. der Unglücksrabe, der Schwarze Peter als Verlierer usw.). Schwarz entspricht einem Ausdruck von Trauer, Verlust, Hoffnungslosigkeit und verdeutlicht damit das Unergründliche, Geheimnisumwitterte, Finstere und Furchterregende.

 Allerdings wurde der Kaminfeger zum Glücksbringer und zum Symbol des guten Anfangs. Schwarz rangiert bei Männern an vierter Stelle der Lieblingsfarben - hinter Blau, Rot, Grün - und bei Frauen an fünfter Stelle.

Das farblose, strenge und undurchschaubare Schwarz findet aber auch als Ausdruck besonderer Festlichkeiten und denkwürdiger Anlässe seine Bedeutung und stellt hier seinen Anspruch auf Würde und Ansehen. Schwarz steht im krassen Widerspruch zu allem was bunt, lebensfroh und anregend ist. Es wendet sich von allem Vitalen und Lebenswerten ab und ist damit ein Sinnbild für alles Verlöschendem, Absterbende, Dunkle

 Als kulturelle Wirkung ist Schwarz die Farbe des Konservativen, als psychologische Wirkung ist es die Farbe der Individualität und der Abgrenzung. Gruppen, die sich jenseits der Masse sehen wollen, bevorzugen Schwarz. Es ist eine Farbe des Teuren. Das kreative Schwarz wirkt klassisch.

 

Rot

 Die symbolische Wirkung von Rot ist Aktivität und Aggressivität. Rot ist aber auch die wärmste Farbe, Scharlachrot ist die kräftigste Farbe. Das warme Rot gilt als Symbol der Lebenslust, als Ausdruck der Emotionen und der Liebe am sinnlichen Leben, am Erleben, Bewältigen und Erobern. Sie hat das größte Durchdringungsvermögen, aktiviert, vitalisiert, intensiviert und stimmt dynamisch, durchschlagend und aggressiv. Rot drückt auch eine starke Willenskraft aus.

Die psychologische Wirkung der Farbe gerät in Konflikt mit der psychologischen Wirkung von Werbung. Was rot gedruckt ist, wirkt auf den ersten Blick wie Werbung - und Werbung wird von immer mehr Menschen ignoriert. Jeder hat zwar gelernt, dass Rotgedrucktes hervorgehoben sein soll, aber man ist gewohnt, alle wirklich wichtigen Informationen schwarz auf weiß zu lesen. Ein wissenschaftlicher Text in rot wirkt populärwissenschaftlich, wenn nicht sogar unseriös.

 Die Missachtung roter Schrift ist auch wahrnehmungsphysiologisch bedingt. Rote Schrift ist auf weißem und auf schwarzem Grund schlecht lesbar. Der beabsichtigte Effekt verkehrt sich dadurch ins Gegenteil: Was hervorgehoben werden soll, verschwindet.

 Wer Farben sinnvoll und kreativ einsetzen will, sollte einzelne Worte oder ganze Textpassagen niemals rot hervorzuheben. Auf Rot sollte man auch verzichten,

wenn die Farbe nur banal gewordene Symbolik ist, wie beispielsweise ein rotes Herz. Eine untypische Farbe kann mehr Interesse wecken: Ein grünes oder graues Herz signalisiert neue Informationen.

 Wenn ein Text längere Aufmerksamkeit erfordert, sind alle Farbkontraste störend, weil sie das Auge irritieren. Es muss bedacht werden, dass alle Farben in direkter Nähe stärker wirken. Zwei bunte Farben konkurrieren miteinander, und die Schrift beginnt zu flimmern. Besonders ungünstig sind Farbkombinationen wie Rot-Gelb.

 

Gelb

 Gelb hat eine symbolische Wirkung als Sonnenfarbe, d. h. Gelb wirkt heiter und leicht und ist eine Farbe der Lebensfreude und der Freundlichkeit.

 Es steht für einen wachen Verstand und die Fähigkeit zur Analyse sowie für Kommunikation, Beweglichkeit und Austausch. Gelb, die hellste der bunten Farben, wirkt anregend, wärmend und aufheiternd. Gelb fördert die Kontaktfähigkeit, die Verarbeitung von Erfahrungen und Eindrücken und belebt das gesamte Denken durch Stimulierung der Nervenimpulse.

Aber bei Auswahl von Gelb ist auch die Wirkung als Signalfarbe zu bedenken, besonders wenn Gelb im Zusammenhang mit Schwarz auftritt, denn es lenkt die Aufmerksamkeit auf Gefährliches und Unangenehmes.

 

Orange

 Die symbolische Wirkung von Orange: Als Komplementärf9rbe von Blau repräsentiert Orange das Vergnügen, das Lustige und die Geselligkeit. Orange ist die Symbolfarbe für Heiterkeit, Optimismus und Lebensfreude. Diese Farbe ist eine Kombination aus Licht und Wärme. Sie wirkt nicht so grell wie Gelb und hat die psychologische Wirkung "Achtung, Vorsicht".

 Beim kreativen Einsatz von Orange sollte bedacht werden, dass diese Signalfarbe mit Werbung verbunden wird, also teilweise bereits wieder abgelehnt wird.

  

Apricot

 Diese Farbe ist ein feines, pastellfarbenes Orange. Sie wirkt erneuernd, belebend und sanft stimulierend. Dieser Farbton, der Hautfarbe so nahe kommt, hält die Lebensenergie in Fluss und hat dementsprechend auch einen sehr positiven, verfügenden und straffenden Einfluss auf die Haut!!

 

Violett

 ist die Farbe, die im Spektrum zwischen Rot und Blau steht, sie symbolisiert die Verwandlung, das Überschreiten und Hinübergleiten. Violett ist die Farbe der Inspiration, der Mystik, der Magie und des Zaubers.

Im Violett vereinigen sich zwei Gegensätze, nämlich die blaue Ruhe und die rote Antriebskraft. Die blaue Ruhe wird von der roten Antriebskraft angeregt und die rote Antriebskraft wird durch die blaue Ruhe ausgeglichen. Der violetten Farbe haftet immer etwas Außergewöhnliches an. In einer Welt des nüchternen Realismus wird ihr allerdings nicht allzu viel Liebe und Bewunderung entgegengebracht. Bei Kindern ist Violett jedoch eine sehr beliebte Farbe, wie Farbforscher herausgefunden haben.

 Die psychologische Wirkung von Violett ist negativ und unsympathisch. Der Charakter des Violett erzeugt eine künstliche Schönheit.

Einerseits wird Violett von den Gestaltern abgelehnt, andererseits ist Violett eine Lieblingsfarbe der Werbung, denn es ist auffallend, oft schon aufdringlich.

 Mit den gedeckten Farben Grau, Braun und mit Schwarz kombiniert, gehört Violett zum Farbklang des Alten und des Altmodischen.

 

Grau

 Grau steht in der Skala der Lieblingsfarben an vorletzter Stelle. Es ist die Farbe, die am häufigsten mit Bürokratie assoziiert wird. Zusammen mit Weiß erscheint Grau auch als Farbe der Neutralität, Vorsicht, Kompromissbereitschaft, Funktionalität und Sachlichkeit. Grau als Farbe der Theorie und der Nachdenklichkeit ist der positive Bedeutungszusammenhang dieser Farbe; besonders wenn es mit Weiß und Blau auftritt.

 Sie ist weder beruhigend noch erregend, sondern eine anpassungsfähige, kombinationsfreudige und diskrete Farbe. Dunkles Grau wirkt bedrohlich, besonders wenn es zu Bleigrau tendiert, während helles Silbergrau als Hoffnungsträger in einer Wartestellung angesehen werden kann.

 

Braun

 Von allen Farben wird Braun am heftigsten abgelehnt. Für 29% der Frauen und 24% der Männer ist Braun die Farbe, die am wenigsten gefällt. Braun ist neben Schwarz die Farbe, die von Kindern am heftigsten abgelehnt wird. Braun ist eine Farbe der Mittelmäßigkeit, des Angepassten, der Gleichgültigkeit und der Langeweile.

Farbauswahl für elektronische Dokumente

 Bei der Farbauswahl für farbige Dokumente entsteht oft ein Konflikt zwischen funktionellen und ästhetischen Zielen. Die Farben müssen der Zielgruppe gefallen, z. B. sollten für Erwachsene keine Trendfarben wie Pink, Purpur und Pastellfarben gewählt werden. Ähnliche Farben werden nur dann benutzt, wenn Gemeinsamkeiten unterstrichen werden sollen. Kontrastfarben heben dagegen Unterschiede hervor.

 Weil das Gedächtnis nur wenige Farben speichert, reichen einige Farbcodes aus. Das gleiche Farbschema und der gleiche Farbcode müssen für alle Teile des Dokumentes benutzt werden.

 Für den Hintergrund des Dokumentes sollte eine neutrale Farbe gewählt werden. Ein Kontrast ist erforderlich: Wenn der Hintergrund weiß ist, sollte für Schmuckfarben Blau, Schwarz oder Rot benutzt werden, in keinem Fall Gelb. Wenn der Hintergrund schwarz ist, sollte Weiß, Gelb oder Grün gewählt werden, in keinem Fall Blau oder Rot.

 Für Links werden im Internet vorgegebene Farben genutzt: Oft sind unbenutzte Links blau. Nach dem Anklicken erscheinen sie in Violett. Auf die Auswahl dieser Farben blau und violett als Schriftfarben sollte verzichtet werden, ebenso sollte Text nicht unterstrichen werden.

 Farbiger Text wird langsamer und mit mehr Fehlern gelesen als schwarz­weißer Text. Da die allgemeine Arbeitsumgebung eher hell ist, sollte der Hintergrund ebenfalls hell und die Schrift im Kontrast dazu dunkel sein - nicht umgekehrt.

Man sollte meinen, der Kontrast zwischen weißem Grund und schwarzer Schrift sei derselbe wie der zwischen weißer Schrift und schwarzem Grund. Physikalisch stimmt das, wahrnehmungspsychologisch nicht, da bei weißer Schrift auf schwarzem Grund die Zeichen optisch "zusammengedrückt" werden. Ähnliche Probleme entstehen, wenn Grund oder Buchstaben farbig angelegt sind. Gelbe Schrift ist auf Weiß kaum lesbar, weil der Kontrast zu gering ist, aber auch rote Schrift auf grünem Grund ist ebenfalls nur schwer (flimmernd) lesbar, weil der Kontrast zu hoch ist.

Der Kontrast darf also nicht allzu hoch sein, da das Auge ansonsten geblendet wird. Das Lesen langer Texte ist auf einem leicht getönten Papier angenehmer.

 Verallgemeinernd gilt, dass der Kontrast immer eine Wandlung der Farben entsprechend ihrem Partner in Richtung des größten Gegensatzes hervorruft. Das bedeutet für die veränderte Farbempfindung, dass eine weiße Fläche auf schwarzem Grund weißer, heller erscheint, eine schwarze Fläche auf weißem Grund schwärzer, dunkler und eine graue Fläche auf weißem Grund dunkler als auf schwarzem. Auf farbigen Flächen tendiert ein neutrales Grau zur Komplementärfarbe des Grundes. Es erscheint auf Gelb violett, auf Orange blau, auf Rot türkis, auf Purpur grün usw. Diese Grundregel lässt sich auf alle Farbzusammenstellungen übertragen.

Auch untereinander beeinflussen sich die Farben durch den Kontrast. So wirkt Gelb neben Grün wärmer, rötlicher, aber neben Orange kälter, grünlicher. Das sind nur einige mögliche Beispiele, aber immer gilt, dass diese Veränderungen in Wirklichkeit nicht vorhanden sind und nur als Farbempfindung des Betrachters zustande kommen. Der Kontrast ist folglich für die Farbgestaltung von großer Bedeutung, verleiht aber auch den Farben einen besonderen Reiz. Gerade bei der Monitordarstellung ist die Beachtung der Kontrastwirkung äußerst wichtig, da hier die Farben noch intensiver und leuchtender als im gedruckten Zustand erscheinen. Hier ist es ratsam, einen leicht getönten Bildschirmhintergrund zu wählen.

 Einen sparsamen Gebrauch von Farben muss man sich unbedingt auferlegen, sonst ist die Verwirrung größer als der Nutzen und die Bildschirmarbeit wird unangenehmer und anstrengender.

 Eine einzelne Folie bzw. Bildschirmmaske sollte nicht mehr als 4 Farben, das ganze Dialogsystem nicht mehr als 7 Farben enthalten.

Die Zahl der Farben kann reduziert werden, wenn Beziehungen zwischen zusammengehöriger Information durch verschiedene Helligkeitsstufen einer Farbe dargestellt werden.

 Nach den Gesetzen der Ästhetik ergibt sich Farbharmonie, falls mindestens eine der drei Grundfarben Rot, Grün oder Blau weggelassen wird.

 Zusammenfassend gilt, dass mit Farben sehr vorsichtig umgegangen werden sollte, da sie untereinander ganz andere Wirkungen haben können als für sich alleine. Was wir vom Gesehenen einer Farbe wahrnehmen, ist letztlich subjektiv und deswegen nicht ausschließlich nach Regelwerken gestaltbar.

Typographie und Layout in der Anwendung

 Über die Lesbarkeit von verschiedenen Schriften gibt es Forschungsergebnisse ingroßer Zahl. Ein Beispiel sei dieser Diskurs über die Verwendung von serifen- oder serifenlosen Schriften für Fließtext.

 Sämtliche Schriftarten kann man in zwei große Gruppen aufteilen, in Schriften mit und ohne Serifen. Bezüglich der Lesbarkeit verschiedener Schrifttypen herrscht unter den Wissenschaftlern keine Einigkeit.

Wenn man überhaupt Unterschiede der Lesbarkeit wahrnimmt, dann sind sie bei einem kurzen Text unerheblich.

 Dennoch gibt es Grund zur Annahme, dass Serifen-Schriften tatsächlich einfacher zu lesen sind. Dies liegt wohl weniger an der "alten Typographen-Weisheit", dass die waagerechten Serifen das Auge beim lesen leiten, als vielmehr daran, dass die Buchstaben der stärker geometrisch konstruierten Serifenlosen bei nicht vollständiger Sichtbarkeit, etwa bei Abdeckung der unteren Hälfte, schwerer zu identifizieren sind als die individuelleren der Serifen-Schriften. Man kann daher vermuten, dass der mit Sprüngen des Auges verbundene Leseprozess (bei dem nicht jeder einzelne Buchstabe abgetastet wird, sondern bei dem größere Einheiten auf einmal wahrgenommen werden) bei den gleichartigeren serifenlosen Formen größere Anstrengung erzeugt.

 Es wäre jedoch unangemessen vereinfachend, Faustregeln aufzustellen wie die, für sachliche Texte, etwa solche mit technischen oder naturwissenschaftlichen Inhalt, eigneten sich eher serifenlose Schriften - für literarische Texte dagegen Schriften mit Serifen.

 Für die Wahl der passenden Schrift gibt es verschiedene Bezugssysteme, die es zu berücksichtigen gilt. Man könnte natürlich alles in derselben Schrift setzen: ob Roman, Zeitungsbericht oder Gebrauchsanweisung. Den meisten wird eine nicht passende Typographie erst dann auffallen, wenn die wirklich quer zu allen Konventionen liegt: wenn etwa ein Sachbuch oder eine Computergebrauchsanleitung in ornamental wirkender Jugendstilschrift gesetzt wäre.

 Es lassen sich mehrere Bereiche unterscheiden, die berücksichtigt werden sollten, wenn man eine Schrift wählt:

  • der Gegenstands- oder Inhaltsbezug der Stimmungs- oder motionale Bezug

  • der Bezug der Schriften untereinander

  • der Kontextbezug zum Gestaltungsumfeld

  • der zur Verfügung stehende Platz

Überprüft man seinen Text bezüglich dieser Kriterien, wird einem die Schriftauswahl zwar noch nicht abgenommen, aber erheblich vereinfacht.

 Nicht nur Schriften, sondern auch das Layout hat einen erheblichen Einfluss auf die Wirkung des Textes und der darin enthaltenen Information. Die wichtigste Aufgabe ist das Strukturieren des Informationsangebots, das Schaffen von Gewichtungen und ähnlich wie bei der Typographie gilt auch beim Layout: "Weniger ist mehr!"

 Verhältnismäßig kleinformatige Vorlagen werden fast immer einspaltig gesetzt. Ausnahmen davon bilden zum Beispiel Lexika: Viel Text und Bilder auf einer Seite, kleine Schrift - da bietet sich auch ein zweispaltiger Satz an. Wissenschaftliche Werke und Sachbücher enthalten vielfach Fußnoten und Randnotizen. Dafür gibt es neben der Hauptspalte eine schmalere Marginalienspalte. Diese dient auch als wichtigster Platz für textbegleitende Bildbeispiele.

 Spalten mit weniger als 30 Zeichen zwingen den Leser, dauernd mit dem Auge hin- und herzuwandern. Der Leserhythmus wird hektisch. Zudem häufen sich hier Trennungen und beim Blocksatz häufen sich die "weißen Flecke" durch zu breite Wortzwischenräume.

 Überschriften brechen einen langen Text in kleinere Leseeinheiten auf. Gleichzeitig dienen sie einer schnellen Orientierung. Ein spannungsvolles Layout kann durch mehrere Spalten in Kombination mit Weißraum (unbedrucktem Papier) und großzügigen Rändern erzeugt werden. Unterschiedliche Schriftgrößen und Rahmen betonen die jeweiligen Inhalte und Informationen. Um ein Interesse für ansonsten trockenen Text zu erwecken, empfiehlt er dazu Illustrationen wie Fotografien, Grafiken und Diagrammen. Dabei stehen Fotografien für Realität, während kleinere Grafiken die Textaussagen betonen.